Ein sehr anspruchsvolles Stöckchen kam von Konna geflogen und ich habe mich auch gleich mal rangemacht. Zumal es um mein Lieblingsthema geht… *shake*
1. Was war deine schlechteste Zeugnisnote?
Eine fünf. Einmal in der 7. Klasse in Biologie, weil ich mich mit dem Lehrer angelegt hatte und dann nochmal in der 9. und 10. in Geschichte und Sozialkunde. Sind zwei Lernfächer bei dem Lehrer gewesen und Lernen liegt mir nicht. Ist halt so! Entweder ich kanns, oder ich kanns nicht. Und da ich mich früher zu 99,9 Prozent in Schweigen hüllte, und die Lehrer bald verzweifelten, konnte ichs auch anderweitig nicht rausreißen.
2. Welche Kompetenzen sollte Schule unbedingt vermitteln?
Kommt darauf an welche Schule. Es gibt ja die berühmten (Sozial-) Kompetenzen, die man erlernen sollte. Das wichtigste ist meiner Meinung nach der Sprachgebrauch und die Rechtschreibung. Es gibt nichts Schlimmeres als falsche Rechtschreibung. Ich schreibe garantiert auch nicht zu 100 Prozent alles richtig, aber dennoch kann man meine Worte relativ angenehm lesen, denke ich. Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich die Allgemeinbildung. Da wird oftmals viel zu wenig drauf geachtet; das merke ich leider ab und an bei mir selbst.
3. Welche Diskussion rund um das Thema Bildung fandest du in letzter Zeit spannend?
In der Berufsschule sprachen wir letztens über Schüler, die nur ihre Jahre absitzen. Da gibt es tatsächlich Fälle, in denen Lehrer sich gezwungen sehen, den Schülern entgegen ihrer schlechten bzw. nicht vorhandenen Leistung gute Noten zu geben, damit sie bloß nicht sitzen bleiben und sie noch länger tyrannisieren. Das finde ich irgendwie faszinierend. Erfüllt zwar nicht den eigentlichen Zweck der Notengebung, aber na ja. Wenn sonst halt nichts mehr hilft…
4. Was hat dich früher motiviert, jeden Tag in die Schule zu gehen?
Das weiß ich auch nicht so wirklich. Schule ist einfach Pflicht, da muss man hin. So wird es uns von klein auf beigebracht und so habe ich es angenommen und bin brav immer hingedackelt. Obwohl es in der Oberstufe keinen Spaß mehr gemacht hat. Da hab ich auch die ein oder andere Stunde geschwänzt. Ich gebs ja zu.
5. Wissen bedeutet…
… Macht! Denn nur Wissen bringt uns weiter im Leben. Wissen und Intelligenz sind die beiden Dinge, die einen vorantreiben und das Leben leichter erscheinen lassen.
6. Was macht für dich einen guten Lehrer aus?
Ein guter Lehrer muss seinen Unterrichtsstoff beherschen und ihn interessant vermitteln können. Er sollte die guten Schüler loben und die störenden zurechtweisen. Statt stur auf Quantität Wert zu legen, sollte er auch die stillen Schüler wertschätzen, da sie wenigstens nicht stören…
7. Was macht für dich einen schlechten Lehrer aus?
Ein schlechter Lehrer hält sich strikt an das Lehrbuch und den Lehrplan. Die Stunden sind wie stumpfsinniges Buchlesen, ohne den Stoff wirklich zu verstehen. Tiefergründigere Fragen können nicht beantwortet werden bzw. nur von Mitschülern…
8. Wenn du Kultusminister wärst – was würdest du sofort ändern?
Auch ich wäre für kleinere Klassen. Es müsste unbedingt mehr investiert werden, damit es mehr gut ausgebildete Lehrer gibt, die sich um eine kleine Gruppe von Schülern kümmern kann. In Großklassen werden manche überfordert, während sich andere langweilen und wieder andere die Stunden beherschen, da sie ohne Rücksicht auf Verluste einfach immer reinplärren und nur nerven. Ich gehörte nie zu den Schülern, die sich freiwillig meldeten; ich hatte lieber meine Ruhe. Aber letztens ist es mir böse aufgestoßen, dass ich mal Spaß am Unterricht hatte, mich zu einem Thema mehrmals gemeldet hatte und jedes Mal einer dazwischengerufen hat.
9. Was ist dein Schlusswort zu diesem Bildungsstöckchen?
Ich bin froh, dass ich so intelligent bin, dass ich es frühzeitig erkannt habe, dass Schule kein Spaß ist. Auf dem Gymnasium ist es nie so gewesen, dass viele Schüler nur Mist gemacht haben, aber jetzt auf der Berufsschule nervt es mich gewaltig. Wir sind so viele verschiedene Menschen aus verschiedensten Schulen mit verschiedenen Abschlüssen, dass wir nur schwer unter einen Hut zu bringen sind. Aber die meisten sind doch zumindest volljährig und sollten ein bisschen Anstand und Respekt gelernt haben. Doch anscheinend ist das nicht selbstverständlich, wie ich annahm.
Oder bin ich irgendwie falsch gepolt, wenn ich Zustände kriege, weil über Lehrer in deren Beisein hergezogen wird? Wenn Mitschüler gemobbt werden und schließlich die Klasse wechseln müssen, weil sie gerne viel plappern?
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Interessantes Stöckchen, deinem Schlusswort kann ich mich nur anschließen. Auch bei uns in der Berufsschuleklasse hatten wir solche Fälle, wo man sich gefragt hat, wie die überhaupt eine Lehrstelle bekommen haben…
Da sind wir uns ja größtenteils einig über die Bildung. Mehr Geld und mehr Allgemeinbildung, um mal zwei Beispiele zu nennen. Naja, ich hoffe mal, dass ich später mal dein Bild eines guten Lehrers verkörpern werde.
@JoshHarrow: Ich sag noch nichtmal, dass sie dumm sind, aber sie haben einfach keinen Respekt und Anstand vor niemandem. Für mich käme es beispielsweise nie in Frage, wenn eine Stunde von Schule ausfällt, mich in der Stadt rumzutreiben anstatt arbeiten zu gehen. Mal davon abgesehen, dass ich so ziemlich die Einzige bin, die nach der Schule noch arbeiten muss, weil unser Büro nur 10 Minuten zu Fuß entfernt ist…
@konna: Ja, es gibt wirklich nur ganz wenige tolle Lehrer. Letztes Jahr hatten wir einen. Aber leider macht er jetzt ein Sabbath Jahr, weswegen wir neue Lehrer bekommen haben.
Aber ich kann auch die Lehrer verstehen, die es nicht einsehen vor solchen Problemklassen den Affen zu machen. Da hört sowieso keiner zu, egal wie interessant es ist. Es fehlt einfach die Disziplin der Schüler, die dem Lehrer die Motivation zu gutem Unterricht gibt. Wünsche dir viel Glück!
Stimmt, die Sache mit der Disziplin ist ganz heikel. Da muss man als Lehrer von Beginn an wissen, welche Linie man fährt, denn die Schüler stellen sich darauf ein und vor allem am Anfang testen sie aus, wie weit sie gehen können. Da immer das richtige Maß zu finden, ist sicher unglaublich schwer.
In meinem Grundschulpraktikum lief es erstaunlich gut, aber ich hatte auch eine relativ kleine Klasse, in der ich zwei Stunden geben musste. Die hatten auch recht großen Respekt vor mir, weil sie sonst nur Lehrerinnen hatten, das war schon ungewohnt für die.
Aber je größer werden, desto mehr trauen sie sich. Wobei man meinen sollte, dass es nach der Pubertät wieder besser wird. Ist allerdings nicht bei jedem der Fall…
Manche sind wohl auch noch mit 23 in der Pubertät. Aber es liegt auch daran, auf was für einer Schule man war. Für mich als ehem. Gymnasiastin ist es selbstverständlich mich zu melden, nicht reinzurufen, den Lehrer zu respektieren, wenn er mich auch respektiert…
“Schlechte” Lehrer nehm ich auch nicht immer ernst. Aber ich übertreibe es nicht.
Obwohl meine Schulzeit schon ewig vorbei ist, stimme ich Dir in Vielem zu. Bildung sollte vor allem kostenlos sein.
Ja, das finde ich auch. Jetzt wo du das sagst, fällt mir ein, dass es früher wohl öfters mal so gehandhabt wurde, dass die Bücher von der Schule gestellt wurden. War bei meiner Mutter so. Das finde ich eigentlich besser.