Deutschland ist mit rund 20 Millionen Verkehrsschildern und 3,5 Millionen Wegweisern ein einziger Schilderwald. Und die meisten dieser Schilder sind vollkommen sinnfrei positioniert und werden vom Verkehrsteilnehmer gar nicht erst wahrgenommen.
Zum Beispiel war bei uns in der Nähe letztens außerorts eine Baustelle, in der man nur 50 km/h fahren durfte. Es stand also eine Geschwindigkeitsbegrenzung am Straßenrand. Am Ende dieser Baustelle wurde die Begrenzung durch ein weiteres Schild aufgehoben und 20 Meter weiter kam das Ortsschild. Ab dort sind grundsätzlich sowieso nur noch 50 km/h erlaubt. Vielmehr verwirrt das Schild an dieser Stelle, und läd geradezu ein zu beschleunigen, obwohl man ein paar Meter später eh die Geschwindigkeit wieder reduzieren muss. In der entgegengesetzten Richtung stand innerorts eine Begrenzung von 50 km/h, was ja wohl noch unnötiger ist. Was soll also dieses Durcheinander?
Die Palette reicht von Gefahrzeichen über Vorschriftzeichen, Richtzeichen bis hin zu Zusatzzeichen. Wer blickt da schon noch durch?
Ab dem 01.09.2009 soll eine Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) in Kraft treten, durch die einige Schilder gestrichen werden und einige andere neu hinzukommen sollen.
Beispielsweise sollen Gefahrenzeichen, die vor Eisglätte, Splitt/Schotter, Steinschlag, Flugbetrieb oder Tieren warnen, gestrichen werden. In Einzelfällen können sie jedoch trotzdem noch angewandt werden, der Einsatz soll jediglich intensiver geprüft werden. Ganz verschwinden werden sie also erstmal nicht. Gestrichen werden desweiteren die beiden Schilder, die auf einen beschrankten Bahnübergang hinweisen. Stattdessen sollen die Zeichen mit dem herannahenden Zug an ihre Stelle treten.
Neu hinzu kommt ein Schild, dass anzeigt, dass eine Sackgasse für Fußgänger und Radfahrer passierbar ist, was an sich ja mal keine schlechte Idee ist, und eins für Rollschuhfahrer und Inlineskater. Und in dem Zuge kommt mit der StVO Änderung auch gleich ein neuer Bußgeldkatalog für “Falschskater”. Falls diese sich auf nicht genehmigten Strecken bewegen oder den Verkehr behindern, winken künftig 10,- Euro Strafe, bei Gefährdung sogar 20,- Euro.
Die alten Schilder sollen jetzt ab dem 1. September aber nicht abrupt aus dem Straßenverkehr verschwinden. Bereits aufgestellte Verkehrszeichen sollen noch bis zu 10 Jahre gelten. Ob das nun etwas Licht in den Schilderwald bringt, bleibt noch abzuwarten.
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